"Kleiberg" soll zu Siegburgs zweiter Fahrradstraße werden

SPD-Bürgerdialog zur Radverkehrsförderung regte das Konzept an

Für die kommende Sitzung des Planungsausschusses beantragt die SPD-Fraktion, die Straße „Kleiberg“ zwischen der Einmündung „Neuenhof“ und der Einmündung Zeithstraße als für alle Kfz freigegebene Fahrradstraße auszuweisen.

In Fahrradstraßen dürfen Radfahrer nebeneinander fahren, während Kfz langsam fahren und sich unterordnen müssen. Mit der Einrichtung einer für Kfz freigegebenen Fahrradstraße wird die Verkehrssicherheit erhöht, die Verkehrsberuhigung vorangetrieben und die Hauptnutzergruppe gestärkt. Die Attraktivität der Straße kann zudem ohne bauliche Veränderung kostengünstig aufgewertet werden.

Bei der Straße „Kleiberg“ handelt es sich um eine schwach frequentierte Nebenstraße mit Einbahnstraßenverkehr, die fast nur von Baufahrzeugen, Zulieferern und den dortigen Anliegern genutzt wird. Die mit Abstand größte Nutzergruppe stellen jedoch Fußgänger und Radfahrer dar, da der „Kleiberg“ als direkter Zugang zur Fußgängerzone aus den umliegenden Stadtteilen genutzt wird.

Aktuell besteht eine Geschwindigkeitsbeschränkung in Höhe von 20 km/h, die aber ständig überschritten wird. Die Einrichtung einer Fahrradstraße mit ihrem verkehrsberuhigten Charakter kann dabei helfen, die Rücksichtnahme der Autofahrer zu erhöhen, die Geschwindigkeitsbeschränkung durchzusetzen und damit auch die Gefährdung der dort lebenden Senioren im Altenheim am Michaelsberg zu senken.

Im oberen Bereich des Kleiberg ist der Gehweg äußerst schmal und mit Treppenstufen zu den dortigen Hauseingängen besetzt. Fußgänger weichen daher ständig auf die Straße aus, wodurch Radfahrer bei Ausweichmanövern in Kollisionsgefahr mit dem Autoverkehr geraten. Die Einrichtung einer Fahrradstraße erhöht die Verkehrssicherheit, weil mit der Unterordnung des motorisierten Verkehrs mehr sicherer Raum für Fußgänger und Radfahrer entsteht.

Im unteren Bereich des Kleiberg ist der Gehweg geschottert. Senioren mit Rollatoren und andere Fußgänger weichen daher regelmäßig auf die Straße aus. Die Verkehrsberuhigung im Zuge einer Radfahrstraße hilft, die Unfallgefahr zu senken.

In Fahrradstraßen werden gemeinsame Fahrten attraktiv, da Menschen mit dem Rad nebeneinander fahren dürfen und sich unterhalten können. Fahrradstraßen zeigen Radfahrenden, dass sie als Verkehrsteilnehmer anerkannt werden und wertgeschätzt werden. Sie haben damit eine motivierende Wirkung.

Die Möglichkeit der Nutzung der gesamten Fahrbahnbreite für den Radverkehr mindert die Gefährdung für den einzelnen Radfahrenden, weil Radelnde sich sicher gegenseitig überholen können, ein größerer Abstand zu parkenden Autos möglich ist und weniger Konflikte mit Fußgängern entstehen.

Schließlich folgt die Einrichtung einer Fahrradstraße am Kleiberg einem schlüssigen Verkehrskonzept, durch das die Verkehrsberuhigung mit zunehmender Nähe zum Innenstadtkern erhöht wird. In zahlreichen anderen Kommunen und im Siegburger „Haufeld“ wird die Fahrradstraße schon erfolgreich genutzt und von der Bevölkerung akzeptiert.