Nächtliches Jugendtaxi für Siegburg

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Jungen Leuten einen sicheren Heimweg ermöglichen: SPD Siegburg regt "Jugendtaxi" an - Kooperation mit Sankt Augustin angestrebt

Die Stadt Siegburg ist für den Nahverkehr aufgrund ihrer teilweise ländlichen Struktur kein einfaches Gebiet. So gestaltet es sich für junge Leute oftmals schwierig, nach dem Ausgehen am Wochenende später in der Nacht wieder sicher nach Hause zu gelangen. Auf der einen Seite endet das reguläre Busangebot bereits am frühen Abend wie beispielsweise in Richtung Brückberg oder der Siegburger Höhenorte Braschoß, Schreck und Schneffelrath oder auf der anderen Seite kurz nach Mitternacht nach Kaldauen.

"Um das bestehende Busangebot für Siegburg nutzen zu können, um sicher nach Hause zu kommen, müssen die Siegburger Jugendliche z.B. in Köln oder Bonn schon früh aufbrechen. Danach besteht nur die Möglichkeit, mit einem Taxi vom Siegburger Bahnhof aus weiter zu reisen oder zu laufen", so der Siegburger Juso-Vorsitzende Lukas Wagner und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ömer Kirli.

 

Um zu verhindern, dass Jugendliche sich selbst angetrunken ans Steuer setzen, will die SPD Siegburg ein Jugendtaxi einrichten. (red)

Posted by Rhein-Sieg-Anzeiger on Dienstag, 15. September 2015



Um zu verhindern, dass Jugendliche und junge Erwachsene sich selbst angetrunken ans Steuer setzen, trampen oder alleine weite Fußwege in der Nacht laufen müssen, um die für sie meist hohen Kosten für eine Taxifahrt zu sparen, wurde vor den Sommerferien in Sankt Augustin das Projekt "Jugendtaxi" ins Leben gerufen. Jugendliche können über ein sponsorenfinanziertes Gutscheinsystem die Taxifahrt günstiger gestalten. Der einzelne Gutschein reduziert den Fahrpreis. Schließen sich mehrere junge Fahrgäste zusammen, können die Gutscheine zusammengerechnet werden. Die Taxiunternehmen rechnen die Gutscheine mit dem Betreiber des Jugendtaxis ab. Die Gutscheine gelten nur für den Heimweg im Stadtgebiet; also nicht etwa dafür, günstig von einer Feier zur nächsten zu gelangen.

In einem Antrag im städtischen Planungsausschuss fordern die Siegburger Jusos und die SPD-Fraktion die Stadtverwaltung auf, nach der Testphase in Sankt Augustin einen Erfahrungsbericht einzuholen und gegebenenfalls eine Kooperation vorzubereiten.

"Wenn sich Siegburg mit den Nachbarkommunen zusammenschließt, lässt sich ein Jugendtaxi-Angebot mit Sicherheit sogar noch besser organisieren und die Siegburger Jugendlichen erhalten ein neues Angebot, um in der Nacht sicher nach Hause zu kommen.", führt der Initiator der SPD-Idee, Oliver Schmidt, aus. „Gerade als Braschosser, wo die Busverbindung gerade in den Abendstunden ohnehin nicht optimal ist, und als Vater kann ich mich gut in die Sorgen vieler Eltern um ihre Jugendlichen hineinversetzen. Es ist wichtig, dass alle für kleines Geld sicher nach Hause gelangen können!"

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Sauerzweig zeigt sich überzeugt davon, dass sich auch in Siegburg zahlreiche Sponsoren für ein solches Vorzeige-Projekt finden lassen. Ebenso wie in Sankt Augustin kann sich Sauerzweig für Siegburg vorstellen, einen privaten Betreiber federführend die Verantwortung übernehmen zu lassen.

Foto: Flickr / Ben Fredericson (CC 2.0)