SPD setzt auf Freifunk statt kommerzielles WLAN

In einem Antrag zur kommenden Ratssitzung spricht sich die SPD-Fraktion für die Einrichtung eines Freifunknetzwerkes aus und positioniert sich damit gegen ein kommerzielles und kostenträchtiges WLAN-Angebot auf dem Siegburger Stadtgebiet. „Wir lehnen ein kommerzielles Angebot strikt ab. Etwa 100.000 € Investitionsausgaben und nochmal jährlich 10.000 € laufende Kosten sind den Bürgern aus unserer Sicht nicht vermittelbar. Vor allem auch deshalb nicht, weil es mit Freifunk eine nahezu kostenneutrale Möglichkeit gibt“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Frank Sauerzweig.

 Der Antrag der SPD beinhaltet auch die aktive Unterstützung des Einzelhandels und der Schaffung von Informationsangeboten für Bürger mithilfe von QR-Codes. „Die QR-Codes können zum Beispiel auf Öffnungszeiten, Angebote und verfügbare Dienstleistungen hinweisen. Auch die Verwaltung könnte sie für städtische Gebäude und Dienstleistungen nutzen und den Bürgern auf diesem Weg Informationen bereitstellen. So ist jemand, der zwar Informationen möchte, sich aber nicht in das städtische Netzwerk einloggen will, in der Lage, sich die Informationen über sein eigenes mobiles Datennetzwerk zu beziehen“, erläutert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Gaby Körner.

Alle städtischen Gebäude sollen künftig einen Teil ihrer Bandbreite für Freifunk bereitstellen und weitere Freiwillige, zum Beispiel aus der Händlerschaft, für das Projekt gewinnen. „Freifunk lebt vom Ehrenamt und auch in Siegburg existiert bereits eine Community. Die Stadtverwaltung sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen und dort mitmachen. Das kann bei einer klugen Verknüpfung mit anderen Technologien und einer guten Vermarktung ein Erfolgsmodell werden. Und vor allem mit Selbstvermarktung kennt sich die Stadtverwaltung ja bekanntlich gut aus“, stellt Fraktionsvize Ömer Kirli abschließend fest.