SPD fordert öffentliches Bekenntnis zu Weiberfastnachtsparty

"Bürgermeister muss jetzt handeln!"

Nachdem die Sankt Augustiner Weiberfastnachtsfeier trotz hartnäckiger Bemühungen der dortigen Sozialdemokraten abgesagt worden ist, droht auch im CDU-geführten Siegburg die erneute Streichung der beliebten Karnevalsparty. Die SPD Siegburg fordert daher ein öffentliches Bekenntnis von Bürgermeister Franz Huhn, dass die Veranstaltung auf dem Siegburger Marktplatz im kommenden Jahr wieder sichergestellt ist.

„In diesem Jahr sind viele junge Siegburgerinnen und Siegburger in die Nachbarstadt ausgewichen, weil es den Verantwortlichen offenbar nicht wichtig genug war, ein entsprechendes Programm zu entwickeln“, erinnert der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ömer Kirli, der den Verwaltungschef in der Pflicht sieht: „Im kommenden Jahr können die Jugendlichen aber nicht nach Sankt Augustin ausweichen. Der Bürgermeister muss jetzt handeln, die erforderlichen Maßnahmen ergreifen oder zumindest ein Sponsorenkonzept fördern. Die Jugendlichen wissen ganz genau, welche Stadt Angebote für sie schafft und wo sie ernsthaft wertgeschätzt werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass nur die Kaufkraft der Jugendlichen in unserer Stadt willkommen ist.“

Dass die Party nicht nur ein tolles Freizeitangebot ist, sondern vor allem auch die Sicherheit und medizinische Begleitung der Feiernden gewährleistet, macht sie aus sozialdemokratischer Sicht unentbehrlich: „In diesem Jahr kam es zu chaotischen Szenen in Sankt Augustin, weil die Party dort völlig überlaufen war. Es ist deshalb nicht auszudenken, dass nun beide Städte ihre Jugendarbeit dazu einstellen. Nur eine organisierte Feier entspricht den Interessen der Jugendlichen und ihrer Eltern“, erklärt der jugendpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Torben Schröder, der vor den sonst unkalkulierbaren Risiken warnt.

Um diese abzuwenden, darf sich der Bürgermeister nicht weiter wegducken, zumal die Sicherheitsmaßnahmen ohnehin organisiert werden müssen.

„Großzügige Einsparungen sind durch einen erneuten Ausfall der Weiberfastnachtsparty nicht zu erwarten“, ist sich Fraktionschef Frank Sauerzweig sicher. „Der Bürgermeister muss jetzt ein öffentliches Bekenntnis abgeben, dass er seine Verantwortung für die jungen Bürger wahrnimmt. Denn die Erfahrungen aus dem letzten Jahr haben alle Beteiligten verunsichert.“
 
(Fotos: Flickr/storuman, CC BY-NC 2.0; Flickr/broombesoom, CC BY-NC-ND 2.0)